Mein Papa bringt mich kurz vor 8.30 Uhr ins Kinderhaus, manche Kinder sind aber schon ab 7.30 Uhr da. In der Garderobe ziehe ich mich schon alleine aus, dann bringt mich Papa zum Gruppenraum, wo ich mich von ihm verabschiede. Drinnen begrüßt mich schon unsere Leiterin mit einem „Guten Morgen“ und lächelt mich an. Ich schaue mich nach meinen Freunden um. Auf einem Tisch habe ich mir von gestern noch die Perlenketten reserviert, aber jetzt möchte ich doch lieber in die Malecke gehen. Schnell räume ich die Perlenkiste in ihr Fach und beginne zu basteln.

 

Stolz zeige ich mein Kunstwerk der Erzieherin, die gerade bei einigen am Frühstückstisch sitzt. Ich habe auch Hunger und schaue auf unser Frühstücksbuffet. Mmh, ich nehme Karotten und mache mir ein Honigbrot! Den Käse und die Wurst lasse ich lieber den anderen. Während ich esse, kommt eine Mama zum Vorlesen. Nachdem ich meinen Teller abgeräumt, gespült und für das nächste Kind gedeckt habe, setze ich mich zum Zuhören dazu. Später fragt mich unsere Leiterin, ob ich mit ihr einmal das Erzählspiel ausprobieren möchte. Mit ihr spiele ich immer gerne.

 

Einmal, als mir die anderen zu laut werden, klopfe ich an die Klangschale. Das heißt: Alle etwas leiser sein! Sonst versteht man mich ja nicht mehr so gut! Kurze Zeit später darf ein Kind mit dem Glöckchen läuten. Dann gilt es, langsam zusammenzuräumen, denn bald beginnt der Stuhlkreis. Wir sammeln uns in einer Ecke und tragen dann nacheinander unsere Stühle in den Nebenraum. Jedes Mal darf ein Kind mit Hilfe unserer Zählkette durchzählen, wie viele wir heute sind. Wir überlegen, wer fehlt; außerdem ergänzen wir unseren Wetterkalender: Sonnenschein heute, kein Wind, da werden wir wohl früher rausgehen. Wir singen und sprechen über das Thema, das uns gerade beschäftigt. In der Kinderkonferenz stimmen wir regelmäßig ab, was die meisten von uns gerade interessiert – wir haben uns zum Beispiel schon einmal über alle möglichen Berufe informiert, über die Zeit, in der unsere Großeltern noch klein waren, über wilde Tiere und und und. Am Ende darf, wer will, erzählen, was er gestern Nachmittag zuhause alles erlebt hat.

 

Dann geht es auch schon hinaus in die Garderobe. Beim Schließen der Jacke hilft mir die Praktikantin ein bisschen. Und schon sind wir im Garten, holen Schaufeln aus dem Geräteschuppen und graben an unserem Loch weiter. Irgendwo da unten liegt bestimmt eine Schatzkiste!

 

Leider steht Mama heute schon um 12.30 Uhr am Zaun. Ich darf noch kurz weiterbohren, aber dann muss ich das Loch den anderen überlassen. Die Schaufel ist schnell aufgeräumt, dann geht es heim. Und das finde ich auch toll: …. dass wir zweimal in der Woche turnen …. wenn wir ein Picknick machen oder einen kleinen Ausflug in die Kiesgrube oder zur Silberpappel … wenn wir unser Hochbeet bepflanzen … wenn eine Mama zum Backen kommt …